🖤 Einsamkeit – mitten unter uns
Einsamkeit ist eines dieser Themen, über die kaum jemand gerne spricht. Denn wie soll man sagen: „Ich fühle mich einsam“, wenn man gleichzeitig Kinder hat, arbeitet, ständig Nachrichten bekommt und eigentlich immer irgendjemand etwas von einem will?
Gerade als Alleinerziehende(r) kann sich das ziemlich widersprüchlich anfühlen: Du bist den ganzen Tag beschäftigt und trotzdem fehlt dir jemand.
Jemand, der fragt, wie es dir geht.
Jemand, der einfach mal zuhört.
Jemand, der nicht nur wissen möchte, was die Kinder brauchen, sondern auch, was du gerade brauchst.
Und nein – Einsamkeit bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Du bist deshalb weder langweilig noch unbeliebt noch „selbst schuld“.
Man kann von Menschen umgeben sein und sich trotzdem verdammt alleine fühlen.
Denn eines ist klar:
Wenn andere auf Veranstaltungen, Partys oder Konzerte gehen, bist du allein Zuause mit deinem Nachwuchs.
Einsam zu sein bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es bedeutet einfach, dass dir gerade etwas fehlt. Vielleicht ein Mensch, der dich versteht. Nähe. Austausch. Unterstützung. Oder einfach jemand, bei dem du nicht immer diejenige oder derjenige sein musst, die oder der alles im Griff hat. Gerade im Leben mit Kindern kann man schnell vergessen, dass auch die eigenen Bedürfnisse zählen. Man funktioniert, organisiert, tröstet, arbeitet – und merkt irgendwann: Moment. Und wer fragt eigentlich mal, wie es mir geht? Du musst deine Einsamkeit nicht kleinreden und dich auch nicht dafür schämen. Sag ruhig: „Ja, ich fühle mich gerade einsam.“ Das ist keine Schwäche. Es ist ein Gefühl. Und Gefühle dürfen da sein. Vielleicht schreibst du auf, was dir gerade fehlt. Vielleicht sprichst du mit jemandem darüber. Oder du lässt das Gefühl einfach erstmal zu, ohne sofort eine Lösung finden zu müssen. Du musst nicht immer stark sein. Du darfst auch einfach mal sagen: „Heute brauche ich jemanden.“
Such das Gespräch – du musst damit nicht alleine bleiben Einsamkeit wird nicht unbedingt kleiner, wenn man sie einfach mit sich selbst ausmacht. Im Gegenteil: Je länger man schweigt, desto größer kann sie sich anfühlen. Deshalb: Such das Gespräch. Mit einer Freundin. Mit der Familie. Mit jemandem, dem du vertraust. Oder auch mit einem Menschen, den du vielleicht gerade erst kennenlernst. Gerade als Alleinerziehende(r) kann es schwer sein, zu sagen: „Mir geht's gerade nicht gut. Ich fühle mich einsam.“ Vielleicht, weil man gewohnt ist, zu funktionieren. Vielleicht, weil man niemandem zur Last fallen möchte. Oder weil man denkt: „Andere haben doch auch genug eigene Probleme.“ Aber du wirst vielleicht überrascht sein, wie viele Menschen genau dieses Gefühl kennen. Und wenn ein persönliches Gespräch gerade zu schwerfällt, können auch Online-Gruppen, Foren oder Beratungsangebote ein erster Schritt sein. Du musst dabei nicht gleich dein ganzes Leben erzählen. Manchmal reicht ein Satz: „Hast du gerade kurz Zeit? Ich brauche einfach jemanden zum Reden.“ Denn manchmal beginnt Verbindung genau dort, wo wir aufhören, so zu tun, als wäre alles okay.
Allein sein und einsam sein sind zwei völlig verschiedene Dinge. Allein auf dem Sofa sitzen, Ruhe haben und einfach mal niemanden um sich herum brauchen? Herrlich. 😅 Einsamkeit fühlt sich dagegen ganz anders an: Du bist vielleicht von Menschen umgeben und fühlst dich trotzdem nicht gesehen, nicht verstanden oder einfach verdammt allein. Gerade als Alleinerziehende oder Alleinerziehender kann das ziemlich verwirrend sein. Du hast ständig jemanden um dich – und trotzdem fehlt dir vielleicht ein Mensch, mit dem du dich wirklich austauschen kannst. Deshalb frag dich ruhig: Was fehlt mir eigentlich gerade? Mehr Menschen? Einfach mal ein Gespräch für Erwachsene? 😂 Nähe und Vertrautheit? Jemand, der wirklich zuhört? Oder vielleicht einfach das Gefühl, dass auch du für jemanden wichtig bist? Denn manchmal brauchst du nicht mehr Kontakte, sondern die richtigen Menschen. Und manchmal brauchst du auch einfach nur ein bisschen Zeit für dich – ganz ohne schlechtes Gewissen. Allein sein kann guttun. Einsamkeit darf man ernst nehmen.
Einsamkeit verschwindet leider selten von alleine. Aber das bedeutet nicht, dass du jetzt losziehen und 20 neue Freunde finden musst. 😅 Manchmal beginnt es viel kleiner: ein Gespräch auf dem Spielplatz, ein Kaffee mit der Nachbarin, ein Verein, ein Kurs oder einfach ein regelmäßiger Spaziergang, bei dem du immer wieder dieselben Menschen triffst. Gerade als Alleinerziehende oder Alleinerziehender ist es oft gar nicht so einfach, spontan irgendwo aufzutauchen. Zeit, Kinder und Alltag lassen sich schließlich nicht mal eben wegzaubern. Deshalb: Such dir etwas, das zu deinem Leben passt – nicht etwas, das noch mehr Stress verursacht. Und vor allem: Erwarte nicht, dass aus jeder Begegnung gleich eine Freundschaft wird. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis aus einem „Hallo“ ein „Hast du Lust auf einen Kaffee?“ wird. Du musst nicht gleich ein neues soziales Leben aufbauen. Ein kleiner Schritt raus aus der Einsamkeit ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.